Am vergangenen Mittwoch fand vor der brasilianischen Botschaft in Berlin eine Demonstration als Zeichen der Solidarität mit den Bewohnern und Bewohnerinnen des Viertels Pinheirinho in São Paulo, Brasilien statt. Die BewohnerInnen von Pinheirinho waren zu Opfern von Polizeigewalt geworden. Das löste vor allem unter den brasilianischen EinwandererInnen in Berlin Wellen der Empörung aus und führte zu einer spontanen Demonstration, zu der in sozialen Netzwerken aufgerufen worden war. Etwa 40 DemonstrantInnen drückten friedlich ihre Verbundenheit mit den Opfern aus.

Foto (c) Rodrigo Ciríaco
Pinheirinho liegt in einem Außenbezirk von São Paulo und wird vor allem von ärmeren Bevölkerungsschichten bewohnt. Am 22. Januar wurden die 1500 Familien, die in Pinheirinho wohnen - etwa 6000 bis 9000 Personen, darunter viele Kinder und kleine Babys - bei einer Polizeimaßnahme unter Einsatz von Handfeuerwaffen und Tränengas gewaltsamen vertrieben. Etwa 2000 Polizisten waren an der Aktion beteiligt. Fotos und Videos zeigen das brutale Vorgehen der Polizei gegen die überraschten Bewohner.

Foto (c) Rodrigo Ciríaco
Das Viertel war auf dem Grundstück des libanesischen Geschäftsmanns Naji Nahas erbaut worden, der in der Vergangenheit wegen Finanzbetrugs und Spekulationen in Brasilien angeklagt war, und der nun die Räumung des Geländes fordert – obschon Zweifel an seiner rechtmäßigen Eigentümerschaft bestehen. Die Polizei des Staates São Paulo hat deutlich gezeigt, dass sie die Rechte des Geschäftsmannes schützen will.

Foto (c) Sandra Mesquita
Weitere Informationen über die Demonstration können auf facebook gefunden werden.
Text: Ines Thomas Almeida
Mit besonderem dank an Barbara Bichler für die Übersetzung ins Deutsche und an Johannes Reiss für das Lektorieren.
30.1.12
von Berlinda
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